Inca Vogt: Götzenkinder

goetzenkinder2016Anfang März bat ich die sympathische Autorin Inca Vogt, die nebenbei bemerkt auch noch aus meiner hessischen Heimat stammt, um ein Rezensionsexemplar von „Götzenkinder“. Bei all dem, was man täglich zu tun hat, kommt das Lesen manchmal dann doch etwas zu kurz. Das lag aber keinesfalls an „Götzenkinder“. Ganz im Gegenteil. Beginnt man zu lesen, war es das dann mit Haushalt, selbst schreiben, Spaziergängen oder was man eben sonst noch so treibt. Von uns gibt es eine klare Leseempfehlung.

Klappentext:

Im verschlafenen Ort Götzenheim bei Frankfurt entdecken Dorfbewohner grausam verstümmelte Frauenleichen. Der Killer hat ihnen brutal die Brustimplantate entfernt. Hauptverdächtiger ist der frischgebackene Bestsellerautor Adrian Brecht. Die Leichen gleichen den Opfern seines Thrillers Silikon Hunter in allen grausigen Details. Toni Amato interviewt den berüchtigten Autor und entdeckt bei ihren Nachforschungen mehr als eine Leiche im Keller seiner Heimatgemeinde Götzenheim. Der schöne Schein ist dabei so trügerisch wie die Machenschaften der ortsansässigen Beautyklinik Schönhausen. Weitere Mädchen verschwinden und für Toni und Chris Kante vom BKA beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. Können sie das bedrohliche Schauspiel stoppen, bevor noch mehr Menschen wie Schachfiguren geopfert werden?

Unsere Meinung

„Götzenkinder“ ist der Nachfolger von „Gebrannte Kinder“, das in den Amazon-Kindle-Charts wochenlang unter den Top 100 war. Gleiches gelingt Inca Vogt nun offenbar auch mit dem Nachfolger, denn zwischendurch habe ich immer mal nachgesehen – und die Autorin natürlich auch damit unter den Top 100 erwischt.

Eines vorweg: Es ist nicht schlimm, wenn man „Gebrannte Kinder“ nicht gelesen hat, denn die Storys sind in jedem Buch abgeschlossen. Einzig die Journalistin Toni Amato ist es, die schon in „Gebrannte Kinder“ einen Auftritt hatte. Scheinbar ist sie immer zur falschen Zeit am richtigen Ort. Schon die Cover beider Romane sind richtig klasse und machen neugierig. Da sie sich zwar unterscheiden, aber im gleichen Stil gehalten sind, ist der Zusammenhang beider Bücher deutlich. „Götzenkinder“ hat 67 Kapitel. Wir sprechen hier also über einen umfangreichen Roman, der sich äußerst kurzweilig liest.

Ich fange mal mit dem Prolog an. Viele Leser mögen Prologe nicht, ich schon, wenn es passt. Hier passt es. Obwohl ich mich an dieser Stelle schon gefragt habe, ob die Autorin eigentlich einen Knall hat. Das muss wohl so sein, sonst wäre sie nicht Thriller-Autorin. Möchte damit ausdrücken, dass schon der Prolog, der hier wirklich einen gelungenen Einstieg darstellt, dafür sorgt, dass man dieses verdammte Buch einfach nicht mehr weglegt. Mir stockte der Atem, verflixt noch mal. Wenn ein Buch schon so anfängt, kann man sich ja auf einiges gefasst machen. Und schon im ersten Kapitel geht es entsprechend weiter.

»Du Schweinepriester, du hast sie umgebracht und draufgekotzt. Mörder!« (Zitat aus dem Buch)

Halleluja! Und dann geht es gleich weiter mit einer Lesung des Autors Adrian Brecht. Rein zufällig hat er gerade sein neues Buch herausgegeben. Und rein zufällig bestehen da erstaunliche Parallelen zwischen seiner Story und den Mordfällen, die den hessischen Ort erschüttern. Und rein zufällig taucht hier natürlich auch Toni Amato auf.

So. Ich könnte jetzt noch einiges erzählen über das Buch, aber hier sollte man genau überlegen, an welcher Stelle man Schluss macht und vor allem, was man preisgibt. Ich gebe also preis, es geht um Morde, genau gesagt, um eine Serie von Morden. Ich gebe preis, dass Toni Amato herumschnüffelt. Und der Autor Adrian Brecht in dieser ganzen delikaten Angelegenheit irgendwie verdächtig scheint, zumal er, wie an späterer Stelle bekannt wird „in Bezug auf Frauen einen Dachschaden hat“. Und Toni fragt sich, warum sein „Silikon Hunter“ seinen Opfern die Hupen – äh, Verzeihung – die Brustimplantate herausschneidet. Wie gesagt, erstaunliche Parallelen zu den Mordfällen. Ich gebe auch preis, dass Inca Vogt keinerlei Berührungsängste hat, wenn es darum geht, blutige Szenen und psychologische Horrorszenarien zu schreiben. Und mehr wird nicht verraten, außer, dass Band 3 für das Frühjahr 2017 geplant ist. Denn noch sind die Drahtzieher hinter „Gebrannte Kinder“ und „Götzenkinder“ nicht geschnappt. Dann warten wir mal mit angehaltenem Atem, was Inca Vogt sich dazu noch einfallen lässt.

Der Schreibstil

Inca Vogt ist eine begnadete Autorin, das vorweg. Sie hat mich bereits mit ihrem Prolog mitgerissen und ehe ich mich versah, war ich eingesaugt in die folgenden Kapitel. Das Erzähltempo ist kurzweilig, aber gründlich genug, um Spannung zu erzeugen, den Spannungsbogen sehr lange aufrecht zu erhalten und im wahrsten Sinne des Wortes zu fesseln. Ihre gewählte Sprache ist realistisch und passt zu den hervorragend dargestellten Charakteren, und das gefällt mir persönlich immer ganz besonders gut. Der Roman ist sehr flüssig geschrieben und lässt an keiner einzigen Stelle nach. Psychologisch hat Inca Vogt hier ebenfalls eine Meisterleistung abgeliefert. Auf den Punkt gebracht: Es gibt keine Schwachstellen in diesem Buch, und ich kann es generell jedem Leser empfehlen, männlich wie weiblich. Der Roman ist für jeden ein Leckerbissen, der auf gut gemachte, spannungsgeladene Thriller steht, und einen Sinn für morbiden Humor hat.

Inca VogtDie Autorin

Inca Vogt lebt zwischen Stadt, Land und Schreibfluss irgendwo in den Bergen. Ihre ‚Thrillerwerkstatt‘ liegt direkt neben einem dunklen, dunklen Wald;-) mit sonnigen Aussichten und einer tiefenentspannten Katze. Sie bezeichnet sich selbst als schreibendes Chamäleon, konzentriert sich aber inzwischen auf Bücher, die sie selbst am liebsten liest. Auf Thriller, die wachhalten, unterhalten und nachhalten. Der Rest ist Geschichte: Die ersten redaktionellen Sporen verdiente sich die Werbetexterin mit Studien-Abschluss an der Akademie für Marketing und Kommunikation in großen Agenturen zwischen Hamburg und Frankfurt. Frankfurt ist auch der Dreh- und Angelpunkt ihrer Psychothriller, die eins gemeinsam haben. Sie verweben brisante Schlagzeilenthemen zu beängstigenden Geschichten, in denen nichts so ist wie es scheint. Aber lasst euch nicht täuschen. Manche machen diesen Fehler nur einmal.

Gebrannte Kinder erschien am 19. Dezember 2014 zunächst als Kindle-Ausgabe. Das Taschenbuch mit über 500 Seiten folgte im Februar 2015. Das eBook war viele Wochen lang Bestseller in der Kategorie Psychothriller und gehörte zu den 100 meistverkauften Kindle eBooks 2015.

Götzenkinder ist als eBook seit 29. Februar 2016 erhältlich. Das Taschenbuch folgt in Kürze.

Bildnachweise und Aktuelles findet ihr in den virtuellen WGs der Autorin:
Webseite
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Und ich darf euch aus eigener Erfahrung versichern: Inca Vogt ist zwar eine sehr erfolgreiche Autorin, aber sie ist total sympathisch und ansprechbar. Rennt ihr die Bude ein, sie hat es verdient.

 

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Veröffentlicht in Bücher, Freizeit

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