Die Lebensversicherung

Risiko LebensversicherungEine Lebensversicherung können Kunden in zwei Varianten abschließen. Zum einen gibt es die Risikolebensversicherung, die sich zur finanziellen Absicherung für die Familie anbietet. Die zweite Variante ist die kapitalbildende Lebensversicherung. Es ist grundsätzlich immer empfehlenswert, eine Lebensversicherung abzuschließen. Für welche der beiden Varianten man sich entscheidet, hängt jedoch von der individuellen Lebenssituation ab.

Die Kapitalbildende Lebensversicherung

Die kapitalbildende Lebensversicherung eignet sich grundsätzlich für jeden, der eine zuverlässige Möglichkeit sucht zum Ansparen einer nicht unerheblichen Summe, die dann zum Ende des Versicherungsvertrags frei wird und dem Versicherungsnehmer ausgezahlt wird. Sie ist ungeeignet zur Absicherung von Hinterbliebenen. Das Ziel dieser Versicherungsart ist es, Kapital für den Erlebensfall anzusparen, indem monatlich Beiträge eingezahlt werden. Auch die kapitalbildende Lebensversicherung beinhaltet zwar eine Todesfallsumme, die an Hinterbliebene ausbezahlt wird, diese ist jedoch äußerst gering und letztlich deckt sie in den meisten Fällen gerade mal so die Beerdigungskosten. Viele Gesellschaften verkaufen diese Versicherungsart auch als Fondsgebundene Lebensversicherung. Wer beispielsweise einen monatlichen Beitrag in Höhe von etwa 60,00 Euro investieren möchte, und eine Vertragsdauer von 20 Jahren eingeht, kann hier bereits mit einer Auszahlung von rund 20 000 Euro zum Ende des Versicherungsvertrags rechnen. Die genannten Summen entsprechen ungefähr den durchschnittlichen Summen für einen Mann von Mitte vierzig. Die Todesfallleistung beträgt in diesem Fall etwa 9 000 Euro. Je jünger der Versicherungsnehmer ist, umso höhere Versicherungssummen sind möglich. Ein Zwanzigjähriger, der eine kapitalbildende Lebenversicherung für die Dauer von 20 Jahren abschließt, kann bei gleicher Beitragshöhe mit einer erheblich höheren Summe am Ende der Laufzeit im Alter von 40 Jahren rechnen.

Die Kapitalbildende Lebensversicherung – gute Sparmöglichkeit

Der Gesamtbetrag am Ende der Laufzeit setzt sich zusammen aus den eingezahlten Beträgen und einer nicht unerheblichen Gewinnbeteiligung. Die garantierte Summe der Gewinnbeteiligung wird im Versicherungsvertrag festgelegt. Sie kann aber durchaus höher ausfallen, sofern die Gesellschaft höhere Gewinne als zum Vertragsabschluss kalkuliert erwirtschaftet hat. Ausgezahlt wird grundsätzlich mindestens der Sparbetrag zuzüglich der garantierten Gewinnbeteiligung. Die Höhe der monatlichen Beiträge liegt in der Hand des Versicherungsnehmers – sie wird bei Vertragsabschluss beschlossen, ist dann allerdings verbindlich. Grundsätzlich können noch sehr junge Versicherungsnehmer auch einen Ansparbetrag von 10 Euro monatlich einsetzen. Je höher allerdings der monatliche Beitrag, umso höher ist auch die Auszahlungssumme bei Vertragsende. Mit sehr hohen Beiträgen kann man durch die kapitalbildende Lebensversicherung natürlich traumhafte Summen erwirtschaften – die Entscheidung trifft aber der Sparer selbst, entsprechend der eigenen, finanziellen Verhältnisse. Die Beiträge können während der Vertragslaufzeit auch gesteigert werden.

Für wen lohnt sich eine kapitalbildende Lebensversicherung?

Diese Form der Lebensversicherung lohnt sich für jeden Menschen, der einen gewissen Betrag pro Monat entbehren kann und nach einer guten Sparmöglichkeit sucht. Da die Todesfallsumme so gering ausfällt, dass sie in der Regel gerade so die Beerdigungskosten deckt, handelt es sich hier nicht um eine Absicherung der Familie für den eigenen Todesfall. Wer die Möglichkeiten der kapitalbildenden Lebensversicherung nutzen und gleichzeitig seine Familie absichern möchte, sollte sie zusätzlich zu einer Risiko-Lebensversicherung abschließen. Die kapitalbildende Lebensversicherung kann nach einigen Jahren der Vertragslaufzeit übrigens auch zum Rückkaufswert zurückgekauft werden. Das bedeutet, dass die bis dahin angesparte Summe zuzüglich der bis dahin erwirtschafteten Gewinne und abzüglich der Bearbeitungs- und Auflösungskosten vorzeitig ausgezahlt werden. Der Vertrag gilt dann als beendet. Allerdings verliert der Versicherungsnehmer bei einem vorzeitigen Rückkauf in der Regel eine nicht unerhebliche Summe.Viele Banken akzeptieren die Versicherungspolice einer kapitalbildenden Lebensversicherung übrigens als Sicherheit für kleinere Kredite.

 Wird eine Gesundheitsprüfung verlangt?

Ob eine Gesundheitsprüfung verlangt wird, ist unterschiedlich und hängt von der Gesellschaft, aber auch vom Eintrittsalter des Versicherten ab. Die meisten Gesellschaften verlangen eine Gesundheitsprüfung erst ab einer Todesfallsumme von 20 000 Euro. Es gibt aber auch Gesellschaften, die ohne Gesundheitsprüfung keine Verträge abschließen. Versicherungsgesellschaften berufen sich in ihren Bestimmungen hierzu auf Statistiken. Bei jüngeren Menschen werden die Risiken häufig eher gering eingeschätzt und es wird keine Gesundheitsprüfung verlangt. Bei Menschen in ihrer Lebensmitte ist davon auszugehen, dass eine ärztliche Untersuchung erfolgen muss.

Die Risikolebensversicherung

Die Risikolebensversicherung stellt die beste Absicherung von Hinterbliebenen dar und empfiehlt sich für jeden, der ein hohes Maß an Verantwortung zu tragen hat. Das kann beispielsweise der Ernährer einer Familie sein, der seine Familie für den Fall des eigenen Ablebens absichern möchte, aber auch ein Unternehmer, der eine Firma, eine Familie und auf jeden Fall eine Menge Verpflichtungen hinterlässt. Die Beiträge der Risikolebensversicherung sind äußerst gering, aber die Versicherungssummen sind sehr hoch.  Ein männlicher Versicherungsnehmer, Nichtraucher, zahlt für eine Versicherungssumme von etwa 100 000 Euro einen monatlichen Beitrag in Höhe von durchschnittlich 6,00 bis 10,00 Euro, je nach Gesellschaft bei einer Laufzeit von 20 Jahren. Selbstverständlich besteht die Möglichkeit, eine höhere Versicherungssumme zu vereinbaren, dann steigt natürlich auch der Beitrag. Je jünger der Versicherungsnehmer ist, umso günstiger fallen die Versicherungsbeiträge aus, sodass ein recht junger Mensch für einen relativ geringen, monatlichen Beitrag sogar eine sehr hohe Todesfallsumme vereinbaren kann. Die Fragen zu den persönlichen Risiken müssen jedoch absolut ehrlich beantwortet werden. Menschen, die in einem gefährlichen Beruf arbeiten  oder gefährlichen Sportarten nachgehen, müssen mit Risiko-Zuschlägen rechnen. Diese Tatsachen zu verschweigen, ist allerdings ungesetzlich und berechtigt die Gesellschaft auch zur sofortigen Kündigung des Vertrags. Wenn sich nach Vertragsabschluss solche Änderungen in der Lebensführung ergeben, ist der Versicherungsnehmer verpflichtet, die Gesellschaft darüber zu informieren.

Es gibt drei Arten der Risikolebensversicherung

Bei der klassischen Risikolebensversicherung wird diese vom Versicherungsnehmer abgeschlossen. Für den Todesfall wird eine begünstigte Person in der Police eingetragen. In der Regel handelt es sich dabei um den Ehepartner oder ein leibliches Kind.

Die klassische Risikolebensversicherung wird vom Versicherungsnehmer abgeschlossen, im Todesfall erhält die Person die Versicherungssumme, die in der Police als begünstigt eingetragen wurde. Meistens ist das der Ehepartner oder ein leibliches Kind. Bei der verbundenen Risikolebensversicherung können sich zwei Personen in einer Police zu gleichen Bedingungen versichern. Begünstigt für den Fall des Todes einer versicherten Person aus diesem Vertrag ist immer die andere, versicherte Person. Die verbundene Risikolebensversicherung bietet sich für Paare und Ehepaare an. Die Beiträge sind günstiger als zwei Einzelpolicen. Mit dem Tod einer der Partner endet aber der Versicherungsvertrag durch die Auszahlung der Summe an den Hinterbliebenen.  Bei der fallenden Risikolebensversicherung vereinbart der Versicherungsnehmer mit der Gesellschaft eine fallende Versicherungssumme – das heißt, während der Versicherungslaufzeit sinkt die Todesfallsumme. Sehr häufig wird die fallende Risikolebensversicherung im Rahmen eines Kredits als Restschuldversicherung abgeschlossen oder zur Sicherung einer laufenden Immobilienfinanzierung.

Für wen empfiehlt sich diese Form der Lebensversicherung?

Viele Menschen schieben den Gedanken an den eigenen Tod beiseite – verständlich. Wer mag schon drüber nachdenken, dass dieses schöne Leben einfach mal so zu Ende gehen könnte? Wohl kaum jemand. Leider aber weiß niemand, wie viel Zeit noch bleibt. Krankheiten können einen Menschen innerhalb kürzester Zeit dahinraffen. Und häufig kommt zum eigenen Leiden dann noch die Frage: Was wird aus meiner Familie, wovon sollen sie leben? Wo jedoch bereits eine lebensbedrohliche Krankheit diagnostiziert wurde besteht keine Chance mehr auf einen Versicherungsvertrag. Zu spät für eine Absicherung!  Auch ein Unfall ist schnell passiert und es muss ja nicht im Eigenverschulden geschehen. Auf unseren Straßen befinden sich genug Autofahrer, die betrunken fahren, genug Fahranfänger, die sich überschätzen, genug Raser, die ihre Autos plötzlich nicht mehr im Griff haben. Schnee und Eisglätte oder Aqua Planing kommen als Gefahrenquellen hinzu. Die Risiko Lebensversicherung empfiehlt sich für jeden, der finanzielle Verantwortung zu tragen hat. Wer beispielsweise eine Familie gegründet hat, sollte dafür sorgen, dass Frau und Kinder oder auch Mann und Kinder nach dem eigenen Ableben nicht zum Sozialfall werden. Wer gar noch ein Haus abzuzahlen hat, trägt sogar noch größere Verantwortung: die Raten müssen schließlich weiterhin gezahlt werden und die Hinterbliebenen stehen vielleicht durch das eigene Ableben nicht nur ohne Einkommen da, sondern auch noch mit hohen Schulden, die sich auch durch einen Verkauf nicht beseitigen ließen.  Auch Lebenspartner, die sich gegenseitig für den Fall des eigenen Ablebens absichern möchten, sind mit einer Risikolebensversicherung sehr gut beraten, speziell dann, wenn das gemeinsame Leben auch in Bezug auf die Kosten gemeinsam bestritten wird. Auch darf man nicht vergessen, dass der hinterbliebene Partner häufig derjenige ist, der für die Beerdigung aufkommen muss.  Unternehmer, die Angestellte haben, sollten ebenfalls für den eigenen Todesfall vorsorgen, nicht nur mit Rücksicht auf hinterbliebene Angehörige, sondern eben auch aus Sorge um ihre Arbeitnehmer. Das Unternehmen muss so lange finanziell bestehen können, bis die Nachfolge geregelt ist und das beinhaltet nun mal die Lohnfortzahlung der Arbeitnehmer und die Übernahme der laufenden Kosten.

Für wen empfiehlt sich die Risikolebensversicherung nicht?

Alleinstehende, die durch das eigene Ableben kein finanzielles Desaster auslösen würden, also keinen mittellosen Partner oder Kinder hinterlassen, brauchen (eigentlich) keine Risikolebensversicherung. Um jedoch wenigstens eine kleine Versicherungssumme zu hinterlassen für den schlimmsten Fall der Fälle, damit die Kosten für die Beerdigung getragen werden können, empfiehlt sich eine kapitalbildende Lebensversicherung, die nicht nur eine kleine Absicherung bedeutet, sondern gleichzeitig einen Sparplan darstellt. Am Ende der Laufzeit wird eine nicht unerhebliche Summe ausgezahlt. Es steht aber natürlich auch alleinstehenden Menschen völlig frei, eine Risiko Lebensversicherung abzuschließen und damit eine begünstigte Person finanziell abzusichern.

Die Gesundheitsprüfung

Die meisten Gesellschaften bieten Verträge bis zu einer gewissen Versicherungssumme auch ganz ohne Gesundheitsprüfung an. Meist handelt es sich hier um Versicherungssummen von bis zu 200 000 Euro, die im Todesfall an die Hinterbliebenen ausgezahlt werden. Bei höheren Versicherungssummen jedoch verlangen viele Gesellschaften eine Gesundheitsprüfung. Der Antragsteller sucht hierfür seinen Hausarzt auf und lässt sich untersuchen. Der Hausarzt ist für diese Auskunft von der ärztlichen Schweigepflicht freigestellt – auf Wunsch des Antragstellers. Lässt dieser die Gesundheitsprüfung nicht durchführen, kommt der Vertrag nicht zustande.  Grundsätzlich aber, auch bei Verträgen ohne Gesundheitsprüfung, muss der Antragsteller im Versicherungsantrag Fragen zur Gesundheit beantworten. Er ist verpflichtet, diese Fragen wahrheitsgemäß zu beantworten. Hat er beispielsweise eine Diagnose erhalten, die bereits eine Gefahr darstellt wie z. B. Herzrhythmusstörungen, so ist er verpflichtet, diese Diagnose anzugeben. Verschweigt er die Diagnose und verstirbt irgendwann an dieser Erkrankung, kann die Gesellschaft die Zahlung der Versicherungssumme verweigern. Es ist also unumgänglich, immer und in jedem Fall die Fragen zur Gesundheit wahrheitsgemäß zu beantworten.

Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

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