Monika Celik: Kaltes Herz – Narzisstischen Missbrauch überwinden

Heute mal in eigener Sache. Narzissmus in einer Beziehung habe ich zwar schon vor einigen Jahren hinter mir gelassen, dennoch setze ich mich seither mit dem Thema intensiv auseinander.

Herausgekommen ist nun dieses Buch, das am 13. Oktober bei Twentysix erschien. Narzisstischer Missbrauch ist allgegenwärtig und scheint in unserer Gesellschaft immer häufiger vorzukommen. Oder wird inzwischen nur mehr darüber gesprochen?

Klappentext

Narzisstischer Missbrauch in der Beziehung – das laugt aus, macht krank. Männer wie Frauen fühlen sich nach einer toxischen Beziehung des Lebens müde, mutlos, kraftlos. Viele sind auch wirtschaftlich am Ende und erkranken ernsthaft. Diagnosen sind nur Experten vorbehalten, doch Narzissten, Psychopathen und Co landen so gut wie nie beim Psychiater. Vielmehr sind es ihre Opfer, die nach einer derart zerstörerischen Beziehung dringend therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen müssen.
Dieses Buch wendet sich an Betroffene, die sich noch in einer missbräuchlichen Beziehung befinden, aber auch an jene, die bereits den Absprung geschafft haben. Es wendet sich an Frauen und Männer, die versuchen zu verstehen, um das Erlebte verarbeiten und überwinden zu können.

Was ist narzisstischer Missbrauch?

Narzisstischer Missbrauch findet überall in unserer Gesellschaft statt: Im Elternhaus, in der Beziehung, am Arbeitsplatz, sogar in freundschaftlichen Beziehungen. Wer im Elternhaus bereits narzisstischen Missbrauch durch ein Elternteil erlebt hat, entwickelt ein unbewusstes Muster. Dabei kann es sich entweder um die typische Opferhaltung handeln – oder der Betroffene entwickelt selbst eine narzisstische Persönlichkeitsstörung. Beides ist tragisch, denn solche Muster ziehen sich wie ein roter Faden durch das gesamte Leben der Betroffenen, ob sie nun zum Täter oder zum Opfer werden. Keiner von beiden ist wirklich glücklich. Aber es kann auch keiner von beiden aus seiner Haut, nicht einfach so. Zuerst müssen die Muster bewusst werden. Kennzeichnend für eine narzisstische Missbrauchsbeziehung ist fast immer das „Lovebombing“, das am Anfang der sich entwickelnden Beziehung steht. Das Opfer wird mit Liebe überschüttet. Komplimente, kleinere oder größere Geschenke, gemeinsames Verreisen, sehr viel Aufmerksamkeit und Zuwendung, Liebeserklärungen, die zwar vollkommen unrealistisch und viel zu schnell erfolgen, jedoch dafür sorgen, dass sich ein typisches Opfer unfassbar geliebt fühlt. Nach und nach wird dieses Loveboming eingestellt, denn es ist nicht echt. Es ist gespielt, um den Partner für sich einzunehmen. Sobald ein narzisstischer Mensch sicher sein kann, dass er seine Ziele erreicht hat, lässt die ganze Liebe und Aufmerksamkeit nach und anstelle dieser schleicht sich dann all das ein, was eine narzisstische Beziehung kennzeichnet: Ständige Abwertung, Beleidigungen, Isolierung des Opfers aus seinem sozialen Umfeld, psychische und körperliche Gewalt. Gaslighting und Crazymaking sind Begriffe, die jedes Opfer einer narzisstischen Beziehung besser kennt, als ihm lieb ist. Aus einer solchen Missbrauchsbeziehung herauszukommen, ist ungeheuer schwer. Typische Opfer leiden ohnehin an einem viel zu geringen Selbstwertgefühl und haben stets das Gefühl, viel mehr dafür tun zu müssen, um geliebt zu werden als alle anderen Menschen. Eine Opferhaltung, die häufig bereits im Elternhaus erlernt wird, aber auch erst später entstehen kann. Einmal Missbrauchsbeziehung, immer Missbrauchsbeziehung. Es sei denn, die Betroffenen setzen sich mit dem Thema auseinander und arbeiten an ihren eigenen Anteilen, um dieser destruktiven Entwicklung, die sie immer wieder in toxische Beziehungen führt, entgegenzuwirken.

Für wen ist das Buch geeignet?

Männer und Frauen sind gleichermaßen von narzisstischen Beziehungen betroffen. Man spricht zwar häufig von „dem Narzissten“, aber es sollte keinesfalls der Eindruck entstehen, dass Narzissten männlich sind und Frauen stets die Opferhaltung einnehmen. Wahrscheinlich hält sich Narzissmus geschlechtermäßig die Waage. Betroffene Männer leiden genauso wie betroffene Frauen, sie reden nur häufig nicht so gerne darüber. In „Kaltes Herz – Narzisstischen Missbrauch überwinden“ zeige ich Wege auf, um Menschen mit narzisstischen Eigenschaften zu erkennen, und ich weise darauf hin, dass ich keine Diagnosen stelle und meine Leser das auch nicht tun sollten. Es gibt unterschiedliche Typen unter Narzissten. Darüber hinaus ist jede Erscheinungsform auch abhängig von den Abstufungen, das heißt, der Narzissmus kann schwach oder stark ausgeprägt sein. Auch darf man nicht vergessen, dass es zahlreiche weitere Persönlichkeitsstörungen gibt, die sich anteilig zeigen, man spricht hier von Mischformen oder auch „Cluster-Störungen“. Wichtig ist für ein typisches Opfer, die typischen Anzeichen zu erkennen und zu verstehen. Nur dann kann der eigene Anteil aufgearbeitet werden, der dafür sorgt, dass man immer wieder in eine solche Beziehung stolpert. Darüber hinaus sind Trennungen von narzisstischen Menschen ungeheuer schmerzhaft und die Betroffenen bleiben häufig mit tausend Fragen im Kopf zurück, fühlen sich schuldig und zerfleischen sich selbst, weil sie es nicht geschafft haben, diesen Menschen, der ihnen so viel bedeutet hat, glücklich zu machen. Hier hilft nur eines: Verstehen! Verstehen, wie ein narzisstischer Mensch tickt. Verstehen, warum er handelt, wie er handelt. Verstehen, dass ein Narzisst genauso unglücklich ist wie ein typisches Opfer, was allerdings nicht bedeutet, dass man diese Menschen mit Liebe heilen kann. Das kann man nicht. Narzissten sind schwer verletzte Menschen und ich möchte als Autorin dieses Buches auch nicht mit dem Finger auf sie zeigen. Doch genau wie ein typisches Opfer eines Narzissten kann auch der Narzisst nur selbst dafür sorgen, sein Leben und seine Beziehungen zu verändern und auf einen guten Weg zu bringen. Das geht natürlich nur mit professioneller Hilfe in Form einer Therapie. Mein Buch ist kein Ersatz für eine Therapie, denn ich rate immer dazu, therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Aber es kann hilfreich sein, wenn man verstehen möchte, was überhaupt passiert, warum man sich „angezogen fühlte“, warum man so lange so viel hat mit sich machen lassen.

 

Veröffentlicht in Beziehung, Bücher, Freizeit, Partnerschaft, Persönlichkeit, Psychologie

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